Heimsieg mJB gegen SV Oebisfelde

Manche Spiele tragen ihre Geschichte bereits vor dem Anpfiff in sich. So auch das Heimspiel des HV Wernigerode gegen den SV Oebisfelde. Die Ausgangssituation war bemerkenswert: Die Gäste reisten mit nur acht Spielern und ohne etatmäßigen Torhüter an. Schon vor dem ersten Ballkontakt war somit klar, dass Wernigerode als Favorit in die Begegnung ging. Doch wie oft im Sport beweist sich wahre Klasse nicht nur im Ergebnis, sondern auch im Umgang mit einer solchen Ausgangslage.
Das Spiel begann furios. Der HVW startete zielstrebig und mit einigen großartigen 1:1 Situationen und zog schnell auf 3:0 davon. Dieser frühe Vorsprung gab den Gastgebern nicht nur Sicherheit, sondern auch das Selbstvertrauen, ihr Spiel ruhig aufzubauen. Doch Oebisfelde zeigte sich keineswegs entmutigt: Trotz des Rückstandes und der prekären Personalsituation kämpften die Gäste beherzt weiter und kamen allmählich besser in die Partie.
So vermochte es der SV Oebisfelde, das Spiel in dieser Phase offen zu gestalten. Bis zum Stand von 8:5 gelang es ihnen, den Rückstand konstant bei lediglich drei Toren zu halten. Doch dann folgte die Wende. Der Gastgeber zündete nun ein regelrechtes Offensivfeuerwerk. Innerhalb weniger Spielminuten dominierten die Wernigeröder nahezu jede Aktion auf dem Feld. Die Angriffe wurden druckvoll und präzise vorgetragen, die Abschlüsse saßen. Der SV Oebisfelde konnte diesem Tempo nicht mehr standhalten.
Bis zur Halbzeitpause baute der HVW seine Führung kontinuierlich aus und zog auf ein vorentscheidendes 27:12 davon. Die Zeichen standen bereits nach 30 Minuten eindeutig auf Heimsieg.
Nach der Pause wählte das Trainerteam der Wernigeröder einen anderen Ansatz. Die Gastgeber schalteten spürbar einen Gang zurück, was einerseits dem deutlichen Vorsprung, andererseits aber auch dem Wunsch geschuldet war, allen Spielern Einsatzmöglichkeiten zu bieten. Die Rotation begann und brachte frischen Wind – aber auch einen gewissen Bruch im Spielfluss.
Besonders erfreulich: Die beiden C-Jugendlichen im Kader des HVW erhielten ausgiebig Spielanteile und konnten dadurch wichtige Erfahrungen auf diesem Niveau sammeln. Gerade in solchen Spielen bietet sich die Möglichkeit, Talente behutsam an höhere Aufgaben heranzuführen. Auch die weiteren Wechsel sorgten dafür, dass jeder Akteur wertvolle Minuten auf dem Parkett erhielt.
Durch diese zahlreichen Wechsel und das Herunterfahren der Intensität wurde das Spiel in der zweiten Hälfte etwas zerfahrener. Dem Gegner wurde jedoch zu keiner Zeit Hoffnung auf ein Comeback gelassen. Der HVW kontrollierte das Spielgeschehen weiterhin souverän, auch wenn die defensive Stabilität etwas nachließ.
Am Ende stand ein deutlicher 46:28-Erfolg für den HV Wernigerode auf der Anzeigetafel. Trotz der nachlassenden Konzentration in der zweiten Hälfte und einigen Unstimmigkeiten im Zusammenspiel aufgrund der vielen Wechsel war der Sieg nie gefährdet. Die Gastgeber nutzten die Gelegenheit, um der gesamten Mannschaft und dem Nachwuchs wertvolle Spielzeit zu schenken.
Trainer Tobias Kerkau war nach dem Spiel zufrieden: „Wir wussten nicht was auf uns zukommt. Wir haben in der Konstellation der Mannschaft und Trainer erst 6 Trainingseinheiten gehabt. Die Trainingseindrücke waren top. Oebisfelde hatte heute einen starken Rückraum, den unsere beiden Jungs im Abwehrzentrum gut unter Kontrolle brachten. Offensiv waren wir sehr kreativ, wobei wir noch vieles unseres Repertoires noch gar nicht probiert haben. Fürs Erste können wir mit der Leistung zufrieden sein. Doch nun gilt es weiterzuarbeiten und als Team weiter gierig zu bleiben.“
Das Heimspiel gegen den SV Oebisfelde war für den HV Wernigerode eine gelungene Generalprobe und ein Fingerzeig für die Leistungsfähigkeit des Teams. In zwei Wochen steht bereits das nächste Heimspiel gegen Barleben an, die ihrerseits Unentschieden gegen den SV Langenweddingen gespielt haben.