mD-Jugend atmet durch nach einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Hälften

Erst hohes Tempo, dann fast geschlagen
Wernigerode gegen HC Aschersleben. So lautete die Partie in der D-Jugend am vergangenen Wochenende in der bunten Stadt. Beide Mannschaften sind im oberen Tableau beheimatet und spielen entsprechend eine gute Saison. Vor Beginn des Spiels bereitete den Wernigeröder Trainern vor allem die körperliche Überlegenheit der Gäste Kopfzerbrechen. Der objektive Zuschauer hätte meinen können, dass zwei unterschiedliche Altersklassen auf dem Spielfeld stünden. Und in der Tat waren die Ascherslebener im Schnitt mindestens ein Jahr älter als die Gastgeber. Zur Einordnung: Ein Spieler der Gäste war gar größer als ein Trainer der Heimmannschaft. Eine Herausforderung, die die kleineren Wernigeröder meistern wollten. Der HVW wollte mit viel Tempo und Geradlinigkeit den Gegner überrennen. Doch das Spiel begann zäh. Nach einer Abtastphase von drei Minuten stand es 1:1. Das Tempo der Harzer nahm aber jetzt mit zunehmender Spieldauer zu. Stand es nach knapp vier Minuten Spielzeit 2:2, konnte sich der HVW in den folgenden drei Zeigerumdrehungen mit 7:2 absetzen. Dies nagte vor allem an der Psyche der HC-Spieler. Immer wieder wurde auf ein Tor der Gäste mit einem Tempogegenstoß reagiert. Die schnellen Wernigeröder bauten nun den Vorsprung aus. Wohlwissend, dass die zweite Halbzeit gegen den großen Gegner auf Grund der Raumdeckung schwer werden würde. Tor um Tor wuchs der Vorsprung und das Selbstvertrauen. Zum Pausentee konnten die Zuschauer sehen, was Tempohandball heißt. Trotz der körperlichen Unterlegenheit führte der HV Wernigerode mit 21:12. Eine Führung, die zunächst beruhigend aussah. Doch der Schein trug. In der Pause wiesen die Trainer Hahne / Kerkau / Christiansen darauf hin, dass die zweite Hälfte noch sehr hart werden würde. Die Raumdeckung spielt immer der größeren Mannschaft in die Karten. Und dies war klar der Gast aus Aschersleben. Das erste Tor der zweiten Hälfte gelang dem HVW. Der Vorsprung betrug nun zehn Tore. In den nächsten Minuten wechselten die Mannschaften mit dem Tore werfen dann ab. Durch einige Abspielfehler im Aufbauspiel der Wernigeröder verkürzten der HC auf zwischenzeitlich auf acht Tore Rückstand. Zehn Minuten vor Schluss schien die Partie schon entschieden (24:18). Doch da hatte noch niemand in der Halle daran gedacht, dass die Wernigeröder in den folgenden acht Minuten kein Tor mehr werfen würden. Anstatt das Spiel souverän nach Hause zu bringen, konnten die Gäste nun Treffer um Treffer erzielen. Binnen kurzer Zeit verkürzte der HCA den Rückstand auf drei Tore, 26:23. Der HVW erhielt im nächsten Angriff einen 7-Meter Strafwurf. Die Entscheidung des Spiels? Nein! Durch einen Fehlwurf und erneuten Gegentreffer hieß es plötzlich drei Minuten vor Ende 26:24. Der Gastgeber fand kaum noch Lücken in der nun sehr gut arbeitenden Gästeabwehr. Und so kam es, wie es kaum einer für möglich gehalten hatte: Aschersleben verkürzte eineinhalb Minuten vor Ende auf 26:25. Die Gäste jubelten über diesen Treffer sehr, wussten Sie doch, dass der Verlauf für sie spricht. Doch der Jubel dauerte zu lange und der HVW konnte dies zum 27:25 nutzen. Endlich konnte die Mannschaft mit Tempo die Abwehr in Halbzeit Zwei überlisten. Der Deckel war allerdings noch immer nicht drauf auf dem Spiel. Dreißig Sekunden vor Schluss verkürzte der HCA auf 27:26. Die Wernigeröder waren nun sehr nervös. Das Trainerteam nahm folgerichtig eine Auszeit kurz vor Schluss. Den Jungs wurde verdeutlicht, dass kein Ballverlust mehr erfolgen darf. Außerdem waren die Spieler darauf vorbereitet, dass der Gegner womöglich Manndeckung spielen würde. Doch dies sollte nicht geschehen. Die letzten Sekunden spielten die Gastgeber durch viele kurze Pässe herunter. Fast mit der Schlusssirene sicherte sich der HVW mit dem 28:26 die zwei Punkte vor heimischer Kulisse. Ein irres Spiel, wenn man den Spielverlauf betrachtet. „Wir machen es uns in den letzten Minuten verdammt schwer. Das Spiel erinnert sehr an den Verlauf im Spiel gegen Quedlinburg. Ähnlicher Gegner, Gott sei Dank mit anderem Ausgang. Ich bin sehr stolz auf die Jungs heute. Vor allem die erste Halbzeit war beeindruckend, wie hoch das Tempo gehalten werden konnte. Wir haben jetzt eine kurze Spielpause, ehe wir vor Weihnachten nochmal drei Teams ein unangenehmer Gegner sein wollen“ resümierte ein glücklicher Trainer Tobias Kerkau. Am 01.12.2018 empfängt der HV Wernigerode in eigener Halle dann den Tabellen Achten aus Wefensleben. Die Jungs des TSV überraschten schon mehrfach in dieser Saison den favorisierten Gegner. Eine schwere Aufgabe, in der die Wernigeröder dennoch zwei Punkte holen wollen.
HVW: P.Kaufmann – F.Grünig – M.Streich – M.Riemann – N.Koch – E.Wartmann (7) – J.Dammann (1) – T.Riemann – W.Schröder – L.Sobert – T.Bollmann (11) – J.Hahne (4) – D.Steube (5) – T.Trümpelmann