Schmerzhafte Derbyniederlage

Das Derby zwischen dem HV Wernigerode und der SG Stahl Blankenburg ist seit jeher ein Höhepunkt im regionalen Handballkalender. Die Begegnungen der beiden Teams sind regelmäßig geprägt von intensiver Stimmung, leidenschaftlichem Einsatz und dem Bestreben, die lokale Rivalität für sich zu entscheiden.
Das jüngste Aufeinandertreffen enttäuschte in puncto Spannung nicht – doch für den HV Wernigerode endete der Sonntag mit einer schmerzhaften Niederlage.
Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, dass beide Mannschaften alles auf dem Feld lassen würden. Die Anfangsphase gestaltete sich ausgeglichen: Der HV Wernigerode zeigte ein ordentliches Zusammenspiel, verteidigte konsequent und schaffte es, die Angriffe der Gastgeber zunächst abzuwehren. Auch die SG Stahl Blankenburg agierte kontrolliert, suchte geduldig ihre Chancen und nutzte die Heimvorteile in der stimmungsvollen Halle.
Mit fortschreitender Spielzeit gelang es den Gastgebern aus Blankenburg, sich langsam aber sicher Vorteile zu erarbeiten. Durch kluges Aufbauspiel und effektives Umschalten setzten sie die Gäste zunehmend unter Druck. Der HVW hatte zwar weiterhin eine solide Abwehrleistung vorzuweisen, doch im Angriff zeigten sich erste Schwächen: Fehlpässe, technische Fehler und unpräzise Abschlüsse verhinderten einen Ausbau des eigenen Torekontos. Besonders auffällig war die Diskrepanz zwischen Abwehr und Angriff. Während die Defensive phasenweise sehr stabil stand, gelang es der Offensive bis zur Halbzeitpause lediglich, zehn Tore zu erzielen – ein Wert, der in einem Derby, in dem jeder Treffer zählt, deutlich zu niedrig ist. Die Gäste fanden gegen die kompakte Deckung der SG Stahl Blankenburg selten zwingende Lösungen.
Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich das zähe Ringen fort. Der HV Wernigerode fand zunächst keinen Weg, die Lücken in der gegnerischen Defensive zu finden. Die Gastgeber aus Blankenburg nutzten ihre Chancen und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Die Partie schien in der zweiten Hälfte eine klare Richtung einzuschlagen, doch die Gäste gaben sich nicht auf und kämpfte weiter um den Anschluss.
In der Schlussphase wurde es plötzlich noch einmal spannend. Die Wernigeröder schafften es, den Rückstand auf nur ein Tor zu verkürzen und brachte die Gastgeber damit gehörig ins Schwitzen. Das Publikum peitschte beide Teams nach vorne und für einige Momente schien eine spektakuläre Aufholjagd möglich. Doch in den entscheidenden Szenen fehlte dem HV Wernigerode die letzte Konsequenz: Die Chance zum Ausgleich wurde fahrlässig vergeben, technische Fehler und überhastete Aktionen verhinderten ein mögliches Comeback.
Am Ende stand ein verdienter 29:25-Heimsieg für die SG Stahl Blankenburg auf der Anzeigetafel. Die Gastgeber hatten über weite Strecken das Spiel kontrolliert, ihre Chancen konsequenter genutzt.
Trainer Tobias Kerkau fand deutliche Worte: „Das Zusammenspiel als Mannschaft war heute nicht gegeben. Zwei, drei einzelne Spieler haben das prima gemacht. Wir haben als Gemeinschaft heute selten Normalform gefunden. Die Torhüter waren gut, haben einige Bälle halten können. Der Rückraum versuchte heute nur Stückwerk. Das Kollektiv hat heute die womöglich besseren Einzelspieler geschlagen. Wir müssen schleunigst aus diesem Spiel lernen, wenn wir erfolgreich sein möchten. Viele Worte reichen nicht, um ein Handballspiel zu gewinnen. Ein Kompliment kann man den Jungs aussprechen, dass sie trotz dieser schwachen Vorstellung den Gegner am Rande eines Punktverlustes hatten.“ Am kommenden Wochenende spielt die mJB gegen den SV Anhalt Bernburg um 14 Uhr in eigener Halle.