Starke Moral in Barleben. Weibliche A-Jugend dreht Vier-Tore-Rückstand und siegt 33:30

Nach der Spielabsage durch den Gegner in der Vorwoche wartete auf unsere weibliche A-Jugend am Samstag endlich das erste echte Kräftemessen – und das hatte es gleich in sich. In der Bezirksoberliga ging es auswärts zum Barleber Handball Club. Schon vor der Partie war klar: Diese Aufgabe würde nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf eine Herausforderung werden. Zu präsent waren noch die wenig erfreulichen Auftritte in Barleben aus dem vergangenen Jahr.
Davon war zu Beginn allerdings zunächst wenig zu spüren. Beide Mannschaften lieferten sich eine ausgeglichene Anfangsphase, in der die Führung mehrfach wechselte. Besonders über die Schnelle Mitte fanden unsere Mädels immer wieder gute Lösungen. Vicky Grünig nutzte das hohe Tempo und sorgte mit mehreren Treffern dafür, dass wir zunächst auf Augenhöhe blieben. Nach knapp 13 Minuten stand es folgerichtig 8:8. Dann schlichen sich jedoch zunehmend Fehler in unser Spiel ein. Technische Fehler am laufenden Band ermöglichten Barleben einfache Ballgewinne und ebenso einfache Tore. Gleichzeitig ließen wir vorne einige gute Möglichkeiten liegen. Der Gastgeber nutzte diese Phase konsequent und setzte sich erstmals deutlicher ab. Bis zur Pause wuchs der Rückstand auf vier Tore an – beim 17:21 aus unserer Sicht ging es in die Kabine. Damit waren wir angesichts der eigenen Fehlerquote sogar noch gut bedient.
In der Halbzeit war deshalb weniger eine taktische Revolution gefragt als vielmehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das Trainerteam appellierte an die Stärken der Mannschaft: Fehler reduzieren, in der Deckung beherzter zupacken und gemeinsam weiterarbeiten. Und genau das setzte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel immer besser um. Zunächst blieb das Bild noch ausgeglichen, doch unsere Deckung präsentierte sich nun deutlich stabiler. Ärgerlich war lediglich, dass einige Abpraller immer wieder beim Gegner landeten. Trotzdem kämpften sich die Mädels Tor für Tor heran – und bekamen dabei immer mehr Unterstützung von Caro Dorff im Tor. Mit einer herausragenden Leistung und mehreren wichtigen Paraden gab sie der Mannschaft den nötigen Rückhalt. Einige dieser gehaltenen Bälle konnten wir direkt in Gegenstöße umwandeln und endlich wieder zu einfachen Toren kommen. Nach gut 14 Minuten der zweiten Hälfte war es dann geschafft: Julia Gessing traf zum 24:24 – der Vier-Tore-Rückstand war egalisiert. Nur 47 Sekunden später legte sie sogar das 25:24 nach. Spätestens jetzt war zu spüren: Die Mannschaft glaubte daran, dieses Spiel tatsächlich drehen zu können. Was folgte, war vor allem eine Frage des Willens. Die Abwehr arbeitete geschlossen, Caro hielt weiter wichtige Bälle und vorne übernahmen immer wieder andere Spielerinnen Verantwortung. Über 27:25 und 29:25 konnten wir uns schließlich erstmals entscheidend absetzen. Auch in der Schlussphase ließ sich die Mannschaft den erarbeiteten Vorsprung nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein 33:30-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel. Vielleicht war es spielerisch noch nicht über 60 Minuten das, was wir uns vorstellen. Dafür zeigte die Mannschaft etwas mindestens genauso Wichtiges: Moral, Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich aus einer schwierigen Situation gemeinsam herauszuarbeiten. Gerade nach den negativen Erlebnissen des vergangenen Jahres in Barleben war es ein hartes Stück Arbeit, die Unsicherheit aus den Köpfen zu bekommen. Umso wertvoller ist dieser Erfolg. Die Mädels haben sich nicht von den eigenen Fehlern und einem Vier-Tore-Rückstand beeindrucken lassen, sondern als Mannschaft eine Antwort gefunden.
Bemerkenswert war dabei auch das ausgeglichene Trefferbild: Vicky Grünig, Frieda Bielas und Paula Dittrich trafen jeweils siebenmal, Melina Droste steuerte sechs Treffer bei. Luna Patzelt erzielte drei Tore, Julia Gessing zwei und Aleksandra Schmidt einen Treffer.
Ein Sieg, der hoffentlich nicht nur zwei Punkte bringt, sondern vor allem viel Rückenwind und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Weiter so, Mädels!